Schulchronik von Agethorst 1918 - 1925

Das Kapitel wurde  verfasst  von den  Lehrern  Jans und Ernst Hencke

Winterhalbjahr 1918/19
 
"Da wegen der Grippe die Schule bis zum 11. Nov. ausgesetzt war, begann am genannten Tage das Winterhalbjahr. Zu Beginn des Winterhalbjahres waren 34 Schüler eingeschult. 15 Knaben u. 19. Mädchen.
 
Am 3. März - 9. April mußte die Schule geschlossen werden, wegen Diphtherie in der Familie des Lehrers. Die Diphtherie war schon in mehreren Häusern ausgebrochen. Alle Fälle aber verliefen äußerst rasch und sehr glimpflich, sodaß kaum von einer Krankheit die Rede sein konnte. Nachdem dann das Schullokal durch den Desinfektor Schulz aus Wacken gereinigt wurde, begann die Schule sofort am anderen Tage, dem April.

Notgeld des Kreises Steinburg von 1918

Am 12, April wurden die diesjährigen Konfirmanden entlassen, 3 Knaben (Otto Schlüter, Klaudius Siehl, Hermann Rapien) u. 1 Mädchen (Amanda Heesch), um am anderen Tage (Palmarum) in der Kirche zu Wacken konfirmiert zu werden.
 
Schuljahr 1919/20
Das Sommerhalbjahr begann am 1. Mai. Die Schülerzähl betrug 36, davon waren 20 Mädchen u. 16 Knaben. Neu eingetreten 4. 2 Knaben und 2 Mädchen. 
 
Am 6. Juni besuchte der Herr Kreisschulinspektor hiesige Schule.
 
Winterhalbjahr 1919/20
Das Winterhalbjahr begann am 1. Nov. mit einer Schülerzahl von 34. Davon waren 15 Knaben und 19 Mädchen.Die diesjährige Schulprüfung mußte leider wegen Krankheit des Lehrers (Grippe) ausfallen. Am 27. März wurden 3 Konfirmanden aus der Schule entlassen. (Arnold Hauschild., Albert Siebke u, August Böge). Am 29. März wurden alle Lehrer des Kirchspiels Wacken durch den Kreisschulinspektor in der Schule zu Wacken auf die Reichsverfassung vereidigt.


Schuljahr 1920/21 ( Sommersemester 1920 )
Das Sommerhalbjahr begann am 1. Mai mit einer Schülerzahl von 36. 15 Knaben und 21. Mädchen. Als Rekruten traten 4 kleine Mädchen ein .
 
Winterhalbjahr 1920/21
Das Winterhalbjahr begann am 1. November mit einer Schülerzähl von 36. 15 Knaben und 21 Mädchen. Am 3. März besuchte der Herr Kreisschulrat hiesige Schule.
 
Arn 17. März fand die diesjährige öffentliche Schulprüfung unter Beteiligung vieler Eltern statt.
Am 19. März wurden die Konfirmanden entlassen (Max Struve, Johanna Boe und Else Schlüter), um am Palmarum den 20. März in der Kirche zu Wacken

konfirmiert zu werden.

Schuljahr 1921  Sommerhalbjahr 1921
 
Das Sommerhalbjahr begann am 2. Mal mit einer Schülerzahl von 40. Davon waren 17 Knaben u. 23 Mädchen. Neu eingetreten davon 6: 3 Knaben und 3 Mädchen, Am 11. Juni machte hies. Schule einen Ausflug nach der Grünenthaler Brücke u. nach Albersdorf.
 
Winterhalbjahr 1921/22 
Das Winterhalbjahr begann am 1. Nov. mit einer Schülerzahl von  40., 18 Knaben u. 22 Mädchen. Die diesjährige öffentliche Schulprüfung fand am 30. März statt. Konfirmiert wurden 5 Schüler, 3 Knaben u. 2 Mädchen.
 
 
Schuljahr 1922/23 ( Sommerhalbjahr ) 
Das Sommerhalbjahr begann am 1. Mai mit einer Schülerzahl von 39,
19 Knaben und 20 Mädchen. Neu eintraten 2 Rekruten, welche nach neuester Regierungsverfügung 6 Stunden wöchentlich alleine unterrichtet werden mußten.


Am 26. Juli machte die Schule auf 12 Wagen in Begleitung ihrer Eltern einen Ausflug nach dem Lockstedter Lager über Oelixdorf nach Itzehoe und über Heiligenstedten wieder zurück, Anfang September bekam die Schule die elektrische Lichtanlage, auch das Schulzimmer bekam eine Brennstelle.
 
Winterhalbjahr 1922/23
Das Winterhalbjahr beginnt am 1. Nov. mit einer Schülerzähl von 37. Davon sind 18 Knaben u. 19 Mädchen. Am I6. Jan. besuchte der Kreisschulrat die hies. Schule. Am 23. März fand in hies. Schule die offentl. Schulprüfung statt. Arn 24. März wurde des Erhebungstages von 1848 gedacht durch eine kurze Ansprache des Lehrers. Alsdann wurden 3 Konfirmanden aus der Schule entlassen. (Frieda Wilhelm, Martha Eilerding u. Heinrich Lembke), um am 25. in der Kirche zu Wacken konfirmiert zu werden
.
Schuljahr 1923/24 ( Sommersemester )
Das Sommerhalbjahr 1923 begann mit einer Schülerzahl von 38. 19 Knaben u. 19 Mädchen. Neu eingetreten waren 3 Rekruten, 1 Knabe und 2 Mädchen. Vom 1. Mai ab beginnt die Schule morgens um 7 Uhr u. endet um 12 Uhr.
 
Winterhalbjahr 1923/24
Herr Lehrer Jans trat am 1. Oktober 23 in den Ruhestand. Als Nachfolger wurde ich von der Regierung bestimmt und am 8. Oktober 1923 durch den Kreisschulrat Herrn Dr. Dehning in mein Amt eingeführt.
 
Ich wurde am 18. 9.1892 zu Buchhorst, Kreis Herzogtum-Lauenburg, geboren als Sohn des Hofbesitzers Heirich Hencke. Von 1908-1913 besuchte ich das Seminar in Ratzeburg. Vom 1. April 1913 bis 30. Sept. 13 verwaltete ich die Lehrerstelle der 2 Kl, Schule zu Frestedt, Süderdithm. Vom 1.Okt. 13 bis 31.März 14 die Lehrerstelle in Vaalermoor, Rendsburg.
 
Am 1. April 14 trat ich als Freiwilliger in das Grossh. Meckl. Gren. Regt. Nr. 89 ein. Den Weltkrieg machte ich von Anfang bis Ende mit als Infantrist und 1917-18 als Jagdflieger. Ich war mehrfach verwundet und habe als Flieger 12 Luftsiege errungen. Auszeichnungen: Eisernes Kreuz I. u. II. Klasse, Meckl. Militärverdienstkreuz II. Klasse, Flugzeugführerabzeichen, Verwundetenabzeichen und Ehrenbecher "Dem Sieger im Luftkämpfe". Am 1. Jan. 19 trat ich in die 2. Lehrerstelle in Vaalermoor wieder ein. Vom 1. Okt. 20 bis 1. April 21 war ich beurlaubt aus dem Volksschuldienst und unterrichtete an der Landwirtschaftl. Schule in Marne. Bis zum 30. Sept. 23 war ich wieder in Vaalermoor tätig.
Ernst Hencke
 
Die Schülerzahl betrug am 1. Okt. 23, 39 Kinder, 19 Knaben und 20 Mädchen. Im Februar besuchte Herr Kreisschulrat Lempfert die Schule. Vom 17. März bis 4. April war ich erkrankt. Der Unterricht fiel in dieser Zeit aus. 
 
Konfirmiert wurden 3 Knaben und 2 Mädchen (Adolf Böge. Johannes Hinrichs, Friedrich Buthmann, Alma Heesch, Luise Lembke).
 
Sommerhalbjahr 1924
Der Unterricht begann am 30. April 24. 4 Knaben und 2 Mädchen traten als Rekruten ein (Peter Holmer, Hans Holmer, Hans Günter Hebbein, Arthur Hausschild, Luise Bielfeld, Eise Bruhn). 
 
Am 5. u. 6. Sept. macht die Schule einen Ausflug nach Hamburg, Sachsenwald und Lauenburg.

Die Veteranen der Schleswig-Holsteinischen Erhebung 
und des Schleswig-Holsteinischen Krieges 1848 -1851
schlossen sich  in Kampfgenossen-Vereinen zusammen.

Am 7. Mai 24 starb der Altenteiler Jakob Kühl im 97. Lebensjahr. Er war einer der letzten von 1848. Wegen seiner originellen Art trug er den Namen "Jakob Ohm" im Volksmund