Schulchronik von Agethorst 1966 - 1968

Das Kapitel wurde  verfasst  von der  Lehrerin Irma Biesterfeldt

Sommerhalbjahr 1966
 
"Am 13.4.1966 begann das Schuljahr 1966/67. Es war winterlich, es lag hoher Schnee auf den Straßen. Nachts waren 4° Kälte zu verzeichnen. Der Frühling wird später seinen Einzug halten. 
Am 14.4.66 wurde der Termin vom diesjährigen Kinderfest festgelegt. Die Musikkapelle unter Leitung von Herrn Hinz wird am 14.5.66 zum Kinderfest aufspielen.
 
Am 13.4.1966 wurden die Schulneulinge zur Schule geleitet. Durch Lied, Gedicht und Instrumentalmusik wurden die 
"Osterkücken" begrüßt.

Laut Erlaß des Kultusministers v. 24.11.1965 soll der Schuljahrbeginn in Zukunft auf den 1. August jeden Jahres sein. Zum 1. Dezember 1966 werden wieder Schulanfänger eingeschult. Das Schuljahr 1966, das am 1.4.66 begonnen hat, endet am 30. November 1966. a) Schulpflichtig sind alle Kinder, die bis zum 31. Dezember 1965  das 6. Lebensjahr vollendet haben. b) Das Ende des ersten Kurzschuljahres am 30. November 1966 ist für alle Schüler der allgemeinbildenden Schulen Versetzungstermin. c) Das Schuljahr 1966/67 beginnt am 1. Dezember 1966 und endet am 31.Juli 1967.
 
Das Kinderfest 1966 fand erst am 4. Juni 66 statt. Es war in den PfIngstferien. Das Wetter war herrlich. An dem Umzug haben außer den Kindern auch Erwachsene teilgenommen. Zur Ausschmückung und zur Gestaltung des Kinderfestes waren zirka 550.- DM als Geldspende eingegangen. Frau Boeck, Frau Holmer hatten tatkräftig zum Gelingen des Festes beigetragen.
 
Am 30. Mal 1966 war gegen 11.00 Uhr Herr Schulrat erschienen; wollte mit Herrn Bürgermeister Stange über das "Schließen " der Schule sprechen.
 
Am 17, September 1966 haben Herr Schulrat Clausen und Herr Rektor Jürs, Schenefeld, die Schulkinder besucht. Nach mündlicher Verhandlung wurde die Schule mit ihrem 9 Jahrgängen weiter als einklassige Schule beibehalten. Herr Jürs trat danach am 1.11.66 In den Schulaufsichtsdienst ein; wurde Schulrat für den Kreis Ratzeburg. Ein außergewöhnlicher Pädagoge, eine Kapazität in musischen Fächern verließ die Dörfergemeinschaftsschule mit Aufbauzug, die er vorbildlich geleitet hatte. 
 
Das Kurzschuljahr schloß am 30.11.1966. Nach neunjähriger Schulpflicht wurden Irene Starck, Magdalene Wiebers am 26.11.66 entlassen.
 
Elke Bull, Irmtraut Hauschild, Heino Lagerpusch besuchen am 5.12.66 den Aufbauzug in Schenefeld,
Am 5.12.66 wurde Christel Krelkenbaum eingeschult. Ferner wurden Regina und Christel Hinrichs, Kohlenbek, von der Volksschule Nienbüttel umgeschult.
 
Die Schülerzahl beträgt zum 5.12.66 mit Beginn des Kurzschuljahres v. 5.12.66 - 31.7.67 21 Schüler. Wegen des Kurzschuljahres fällt wie In anderen Dörfern die Weihnachtsfeier für das Jahr 1966 aus. Kinder und Eltern waren enttäuscht.
 
Zum 17.1.1967 ist die Schluckimpfung für Leute bis zum  40. Lebensjahr bindend. Sie wird vom Kreisarzt dreimal Im Jahr gegen Kinderlähmung und gegen ansteckende Krankheiten durchgeführt.
 
Am 30.11.1966 begann der Winter mit Schneefall und mit orkanartigen Winden. 
 
Die Schulkinder haben v. 30.11.66 bis zum 5.12.66 Ferien. Vom 5.12.66 beginnt das neue Kurzschuljahr, das am 31.Juli 1967 beendet sein wird.
 
Seit dem 4.12.1966 haben wir einen milden Winter, seit dem 15.1.1967 blühen Schneeglöckchen, Krokusse, die Rosenpflanzen zeigen "Triebe". am 23.Februar 1967 erhob sich ein orkanartiger Sturm über Schleswig- Holstein. Es wurden In Hamburg, Cuxhaven, Elmshorn, Uetersen, Itzehoe für die Bevölkerung wegen der Flutgefahr Alarm gegeben. Es sind laut Statistik etliche Millionen DM Schaden entstanden. In Agethorst sind Dächer beschädigt, Bäume entwurzelt, das elektrische Licht brannte einige Stunden nicht. Die Bauern mußten ihre Kühe nach alter Art mit der Hand melken. Die Melkmaschinen konnten daher nicht benutzt werden.
 
Am 30.6.1966 wurde ein Tagesausflug durchgeführt. Das Ziel war die Insel Fehmarn, Wir fuhren von Agethorst über Itzehoe, Bramstedt, Segeberg, Scharbeutz, Neustadt, Oldenburg,Puttgarden; über die neue Sundhochbrücke auf den "Knust ( Insel Fehmarn ). Die Hochbrücke hat 7 Pfeiler und 2 zueinandergeneigte Brückenbögen, die die Fahrrinne überspannen. In Puttgarden sahen wir den Fährhafen mit dem Fährbahnhof. 2 Molen schützen den Hafen gegen Seegang. Wir sahen das norwegische Fährschiff "Kronprinz Harald" einlaufen; ein Fährschiff, das nach Rödbyhavn (Dänemark) abfuhr. Von dem Fährschiff "Kronprinz Harald" fuhren zirka 912 Autos an dem Tage von dem Fährschiff herunter. In Burg auf Fehmarn haben wir gegen 12 Uhr zu Mittag gegessen. Der Hotelier empfing uns vor dem Hotel persönlich. Von weitem sahen wir die Burgruine Glombek. Sie ist die einzige Burgruine Schleswig-HoIsteins.
 
Die Rückfahrt führte von der Insel Fehmarn über Oldenburg, Lensahn, Schönwalde, Eutin, Plön, Neumünster, Hennstedt (Abendbrotpause) nach Agethorst.
 
Am 2./3. März 1967 war das Wetter wieder so stürmisch; so daß Garten- und Feldarbeiten nicht getan werden konnten.
 
Am 12.3. 1967 feiert Opa Heesch, Agethorst, seinen 93. Geburtstag. Er ist geistig und und körperlich noch rüstig, Sein Sehvermögen hat allerdings merklich nachgelassen. Er wird von seiner Tochter im Altenteiler- Haus betreut.  Am 12.3.1967 haben wir Opa Heesch, Agethorst, ein Ständchen gebracht. Es wurde der Geburtstagskanon "Viel Glück und viel Segen..."  von den Schulkindern gesungen. Dörte Boeck und Eilen Buthmann hatten auf der Melodica und auf dem Schifferklavier die Lieder "begleitet". Ellen Buthmann, Christa Heesch, Gudrun Köster hatten aus Anlaß des 93jährigen Geburtstages ein Gedicht aufgesagt. Als Ausklang der Geburtstagsfeier wurde Opa Heeschs Lieblingslied "Im grünen Wald, dort wo die Drossel sang.." gesungen. 
 
Seit dem 15.2.1967 steht die ehemalige Dienstwohnung leer. Kraftfahrer Behrens zog nach Oldenborstel; fährt für die Umgebung den Milchtankwagen. Die monatliche Miete von 200.- DM war für Herrn Behrens auf die Dauer unerschwinglich. Wegen der ungünstigen Verkehrslage ist die Wohnung für den genannten Preis gar nicht zu vermieten.
 
Ostern fällt in diesem Jahr sehr früh; am 25.3.1967.
 
Am 29.3.1967 war für die Schulkinder und für die Erwachsenen Reihenröntgenuntersuchung. Es kam eine "fahrbare" Arztstation mit den Röntgenapparaten, die auf der Hofstelle des Bauern Wilhelm an dem genannten Tag die Untersuchung vorgenommen hatte. Die Dienstwohnung wurde für 130.-DM an die Familie Gisenke am 1.5.1967 vermietet.
 
Am 5.5.1967 wurde Horst Holmer mit seinem Bruder Harald tot unter dem Trecker aufgefunden. Es waren die einzigen Kinder der Eheleute Holmer. Am 6.5.1967 wurde in der Schule eine Gedenkstunde gehalten. Am 9.5.1967 fand in Wacken die Beisetzung statt. 600 Personen waren in Wacken bei der Beisetzung. Die Schulleiterin sprach folgende Worte am Grabe: "Ihr lieben Jungen, ade! Ihr liebtet dieses Leben so wie wir. Vor Tagen waret ihr noch unter uns. Ihr kamt, ihr gingt mit leiser Spur. Woher? Wohin?. Wir wissen nur: Flüchtige Gäste im Erdenland! Aus Gottes Hand in Gottes Hand. Denn wo ihr weilt, dort ist Frieden. Dort leuchtet euch ein ewiger Tag! Ruhet sanft in Gottes Hand!"
 
Die Schulen Agethorst, Schenefeld, Lehrlinge von Gruner (Lehrkollegen von Harald Holmer) bildeten am Trauerhang vor der Kirche in Wacken Spalier. Bei strahlendem Sonnenschein wurden Horst und Harald Holmer zu Grabe getragen. Die Bevölkerung nahm großen Anteil. Gegen 16.00 Uhr tranken im Gasthof "Waldesruhe" in Agethorst 150 Personen Kaffee. Es war für alle Anwesenden ein "schwerer" Tag. Die restlichen Kuchenstücke wurden vom Gastwirt Herrn Heinsen am nächsten Tag an die Schulkinder verteilt.

Das Kinderfest, das am 13.5.1967 stattfinden sollte, wurde "verschoben". Laut Beschluß der Elternschaft findet das diesjährige Vogelschießen am 1.Juli 1967 statt, Volkstänze als Darbietungen fallen aus. 
 
Das Kinderfest hatte am 1.Juli 1967 bei schönem Wetter stattgefunden. Reiner Heesch, Regina Hinrichs war das Königspaar. Jörg Protz, Christel Hinrichs war das Prinzenpaar. Als Geldspende für die Ausgestaltung des Kinderfestes waren zirka 497.- DM eingegangen. Frau Köster, Frau Holmer hatten tatkräftig zum Gelingen des 

Festes beigetragen. Der Umzug fand trotz der beiden Todesfälle doch statt, nachdem die Lehrkraft mit den trauernden Eheleuten Holmer gesprochen hatte. 
Den Kranz zum

Gedenken der Gefallenen am Kriegermal hat die Lehrkraft niedergelegt, weil der Bürger- meister des Ortes nicht anwesend war.

Eine Musikkapelle von 3 Mann spielte bis 21.30 im Saal von Heinsen zum Tanz auf. Von den Schulkindern wurden "Hänsel und Gretel", "von der Eisenbahn", "Bursch und Mädel" als Tanzspiele aufgeführt. 
 
Am 14.Juli 1967 wurde ein Schulausflug nach Hamburg unternommen. Der Fahrpreis für den

Bus beträgt 7..DM pro Person. Es waren 39 Teilnehmer, Erwachsene eingeschlossen. Es wurden der Tierpark Hagenbeck und der Ausstellungspark "Planten un Blomen" und der Flughafen besichtigt. Die Hafenrundfahrt war für alle ein Erlebnis. 
 
Gudrun Köster, Agethorst, wird nach Schenefeld am 19.7.1967 umgeschult. Sie wird die M7 vom Aufbauzug der Dorfergemeinschaftsschule in Schenefeld besuchen.
 
Am 15.Juli 1967 wurden Inka Meier. Karin Boe, Reiner Heesch nach Vollendung des 9. Schuljahres entlassen. Inka Meier geht als Halbtagsmädchen In den Haushalt. Die Bauernkinder Karin Boe, Reiner Heesch bleiben vorerst im elterlichen Betrieb.
 
Schuljahr 1966/67:  
 
Das Kurzschuljahr begann am 1.12.1966 und schloß am 19.7.1967. Das neue Schuljahr 1967/68 beginnt am 30.8.1967. Die Schülerzahl wird 17 sein.
 
Am 30.Juli 1967 verstarb mein Vorgänger Hauptlehrer a.D., Herr Kirchmann, Im 68 Lebensjahr. Die Gemeinde Agethorst, die Schule, Schülerinnen und Schüler hatten ihn auf seinen letzten Erdenweg von der Kirche in Wacken begleitet..
 
Im Namen der Gemeinde Agethorst hat Herr Stange als Bürgermeister sein 33 jähriges Wirken an der Schule Agethorst veranschaulicht. Ein Andenken wird ihm in Agethorst sicher sein. Mit Herrn Kirchmann ist die Ära gewesen.
 
Das Schuljahr hat am 30.8.1967 begonnen. 
Die Schülerzahl beträgt 16:
1. Schuljahr:      ----
2. Schuljahr     1 Mädchen
3. Schuljahr     1 Mädchen, 1 Knabe
4. Schuljahr:    1 Mädchen, 2 Knaben
5. Schuljahr:    1 Mädchen, 1 Knabe
6. Schuljahr:    4 Mädchen, 4 Knaben
7. Schuljahr.    1 Mädchen 
8. Schuljahr:    2 Mädchen  
9. Schuljahr:    1 Mädchen     
    insgesamt:    8 Mädchen, 8 Jungen
 
Am 6.9.1967 war Lehrerkonferenz in Vaale. Herr Schulrat Claußen und Herr Oberregierungsrat Wriede waren erschienen. Diskussion: "Wird Vaale eine Dörfergemeinschaftsschule werden?" Auf Wunsch der Gemeinde Vaale, des Rektors Herrn Schütt sollte die neugebaute Volksschule Vaale durch Anbau von einigen Klassenräumen erweitert werden.
 
Der Schulbezirk Wacken inkl. Gemeindeamt hatten für eine neue neunklassige Volksschule plädiert, die Ende 1969 fertig gebaut sein wird. Deshalb waren die Herrn Claußen und Wriedt zur Besprechung gekommen. Holstenniendorf will zweiklassig bleiben. Nienbüttel wird 1969 nach Fertigstellung der Volksschule Wacken mit den Schulkindern übersiedeln; so daß die einklassige Schule Nienbüttel dadurch aufgelöst wird.
 
Wann die Schule Agethorst "aufgelöst" wird, das wissen die Götter. Der Bürgermeister Herr Stange, Agethorst, läßt die Volksschule "eingehen" aus gesetzlichen Gründen. Die Schulkinder sollen nach Meinung der Eltern nach Schenefeld zur Schule gehen. Die Lehrkraft kann sich für Vaale, Wacken oder Schenefeld entschieden.

In den Sommerferien haben folgende Schüler in Wacken unter Vorsitz von Herrn Grauert, Lehrer aus Schenefeld, die Schwimmprüfung gemacht.
 
Dörte Boeck:         Jugendschwimmschein
Ellen Buthmann:   Jugendschwimmschein
Regina Hinrichs:   Freischwimmen

Arno Lagerpusch  Jugendschwimmschein

E.H.Hauschild:       Fahrtenschwimmen
Wolfgang Boeck:    Freischwimmen

Im Juni 1967 wurde die Badeanstalt  in Wacken eröffnet. Schwimmlehrer Herr Grauert, Schenefeld, nimmt die Schwimmprüfungen ab.

Das Schuljahr begann am 16. Oktober 1967. Die Schülerzahl beträgt 15. Am 16.10.67 wurde Arno Lagerpusch nach Schenefeld In die V6 übernommen.
 
Am 14.11.1967 waren die Handarbeitslehrerin Frau Wiebers, die Raumpflegerin Frau Hauschild aus Agethorst und die Lehrerin Frau Biesterfeld zur Lungenuntersuchung In Rendsburg.
 
Frau Wiebers hatte von der Regierung in Kiel Bescheid erhalten, daß sie bis zum 31.3.1968 NadelarbeitsunterrIcht erteilen darf. Frau Ingrid Hauschild ist seit dem 1.5.1967 als Raumpflegerin an der Schule Agethorst tätig. Frl. Gerda Fock wohnt seit dem 1.5.1967 in Wasbek und schied als Raumpflegerin durch ihre Verheiratung aus.
 
Die Schülerzahl beträgt 15 (7 Jungen, 8 Mädchen).
 
Am 27.10.1967 war der Schulzahnarzt (Dr. Peters senior, Schenefeld). Am 14.11.1967 wurden Dörte Boeck; Christa Heesch, Wolfgang Boeck, Helmuth Hauschild, Christel Hinrichs, Gerd Timm vom Medizinal rat Dr. Gold untersucht,
 
Am 27.11.1967 war in der Gaststätte in Agethorst eine interne Elternversammlung. Herr Schulrat Claußen, Rendsburg, war auch eingeladen. Es wurden Schulfragen erörtert. Wegen der geringen Schülerzahl soll die Volksschule Agethorst "aufgelöst" werden. Die Eltern hatten sich für die Dörfergemeinschaftsschule in Schenefeld entschieden. Eine Weihnachtsfeier hatte in diesem Jahre nicht stattgefunden. Am 27.1.1968 Ist Dörte Boeck, Agethorst, für sechs Wochen nach Wyk zur Kur gefahren.

Brand 2004

Nach dem Neuaufbau bis heute